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Übersetzungen

Geert van Istendael –
ein belgischer Dichter der Gegenwart

I. Zur Person

Geert van Istendael lernte ich Anfang 2010 kennen. Die Literarische Gesellschaft Thüringen veranstaltete damals eine Reihe von Lese- und Diskussionsabenden mit dem Titel: »Zur Frage der Himmelsrichtungen – Deutsches aus Ost und West«. Wir suchten jemandem, der die deutsch-deutschen Dinge von außerhalb Deutschlands betrachtete und literarisch anspruchsvoll darüber geschrieben hatte. Sehr gut Deutsch können sollte er natürlich auch, weil wir ja das Weimarer Publikum auch ins Gespräch ziehen wollten. Schließlich musste die gesuchte Person noch einen großherzigen und gutmütigen Charakter aufweisen, denn wir konnten uns keine großen Honorare leisten. Tatsächlich fanden wir einen solchen wunderbaren Menschen in Brüssel. Er hatte soeben ein ins Deutsche übersetztes Buch mit dem Titel »Mein Deutschland – Von Aachen bis Zwiebelmarkt« veröffentlicht: Geert van Istendael.

Geert van Istendael ist einer der bedeutendsten belgischen Schriftsteller der Gegenwart. Er wurde 1947 geboren und entstammt einer katholischen belgischen Gelehrtenfamilie. Sein Vater war nach dem Zweiten Weltkrieg als Berater Konrad Adenauers ein einflussreicher Mann. Belgien ist ein Land mit drei Muttersprachen: Niederländisch in Flamen, Französisch in der Wallonie und Deutsch in Ost-Belgien um St. Vith herum. Geert van Istendael schreibt hauptsächlich auf Niederländisch. Gedichte, Essays, Erzählungen, Zeitungskommentare, historische Werke (vor allem über Brüssel und Belgien, aber auch über Deutschland und die Niederlande) und Romane (z. B. Krimis). Er übersetzte Goethe und Hölderlin ins Niederländische. Bei all dem ist er auch noch an der Kirchenorgel zu Hause und hegt als Lebenstraum den Wunsch, einmal in einer der thüringer Dorfkirchen Bach zu spielen.

Mich faszinieren seine Gedichte und seine Prosa durch eine Eigenschaft, die man jedenfalls in Deutschland nicht so oft findet. Es ist eine unbedingte Dinglichkeit. Eine Leidenschaft für die Wirklichkeit, für das Einfache, für das Leben des Volks. Für Menschen und Dinge. Christlich gesprochen, für Gottes Schöpfung, das Erdenleben und die Menschenwelt: Stadt und Land, Kirche und Markt, Apfelbäume und Schuhkartons, Briefwaagen und gefleckte Ferkel, Straßenköter und Träume und Enttäuschungen. Eine direkte, zugreifende, knappe Sprache, eine strenge Ästhetik, eine Künstlermoral, die sich jedes feuilletonistische oder weltanschauliche Gequatsche verbietet. Genau dieser Realismus findet sich auch in Istendaels politischen Äußerungen.

Die musische Seite ist aber noch nicht alles: Istendael ist ein absolut unabhängiger, eigenwilliger politischer Kopf. Er war lange Jahre der Anchor-Man in den täglichen Nachrichtensendungen des öffentlich-rechtlichen belgischen Fernsehens und danach als Auslands-Korrespondent fürs belgische Fernsehen unterwegs. Auch in dieser Eigenschaft lernte er Deutschland und vor allem auch die DDR kennen, die er Ende der 80er Jahre mit seinem Filmteam durchreiste. Er erlebte im November 1989 die berühmte Schabowski-Pressekonferenz in Ost-Berlin mit. Anfang 2010 stellte er in Weimar sein auch heute lesenswertes Buch »Mein Deutschland – Einsichten in die deutsche Seele« vor. Die Außenperspektive auf Deutsche in Ost und West, das wurde bei der Lesung und der anschließenden Diskussion deutlich, unterscheidet sich erheblich von der Binnenwahrnehmung. Van Istendael jedenfalls berichtete, dass er als Kind immer, wenn er mit seinem Vater bei Aachen die belgisch-deutsche Grenze überquerte, das ungemütliche Gefühl hatte, hier, zwischen Lüttich und Aachen, verlaufe bereits der – mentale – Eiserne Vorhang. Jedenfalls war für ihn der atmosphärische Unterschied zwischen Lüttich und Aachen deutlich größer als der zwischen Aachen und Erfurt.

Van Istendael, der neben Niederländisch und Französisch auch Englisch, Spanisch, Deutsch und Italienisch spricht, ist Mitbegründer der Gruppe »het brussels dichterscollectief« (»Brüsseler Dichterkollektiv«), das mit 50 Dichtern aus allen europäischen Ländern (u. a. Seamus Heaney (gest. 2013), Franzobel und Ulf Stolterfoth) eine leidenschaftliche poetische Liebeserklärung an die europäische Idee – nicht an die europäische Bürokratie! – geschrieben hat: »De europese grondwet in verzen« (Das europäische Grundgesetz in Versen). Aus diesem tieflebendigen, anarchischen, vielstimmigen und vielfarbigen Langtext haben Geert van Istendael und ich 2013/2014 ein etwa einstündiges Bühnenprogramm entwickelt: »Europa ist ein Gedicht« enthält rund 40 Texte in etwa fünf Sprachen, wobei alle Gedichte auch in Deutsch vorkommen. Wir haben es in wechselnder Besetzung zwischen 2014 und 2019 ua in Brüssel, Berlin, Luxemburg, Weimar und Erfurt aufgeführt. 2016 hat Geert van Istendael bei einem literarischen Salon in unserer Wohnung in Weimar eine Reihe von Texten gelesen. Eine Woche später entging er mit knapper Not dem grauenhaften islamistischen Mordanschlag in der U-Bahn Station Maelbeek, worüber Geert vasn Istendael einen Artikel für die Thüringer Allgemeine schrieb.

Aus dem überaus reichhaltigen und vielgestaltigen schriftstellerischen Weerk Geert van Istendaels stelle ich hier zwei Zeitungsartikel und eine Reihe von Gedichten vor, sowie die von Istendael angefertigte Übersetzung eines Hölderlin-Gedichts ins Niederländische. Die Übersetzungen ins Deutsche stammen von mir.

II. Aus dem Werk – Zwei politische Kommentare

Omdat wij Gode onwelgevallig zijn (März 2016)

https://vijgennapasen.wordpress.com/2016/03/28/omdat-wij-gode-onwelgevallig-zijn/

Ik wil iets kwijt over de leugens waarmee we onszelf hebben gesust. Meer dan twintig jaar geleden sprak ik in een duistere kroeg eens met een overtuigde Vlaams Blokker. Ik verdedigde het klassieke linkse standpunt van integratie. De man bekeek me meewarig en zei: Die zullen zich nooit aanpassen, dat is een veel te grote cultuur. Hij woonde in de Brusselse gemeente Schaarbeek. Hij verafschuwde zijn islamitische buren, maar zijn afschuw berustte op bewondering voor hun onbeweeglijkheid. Hij, extreemrechts, doorgrondde hen beter dan ik, lichtelijk links. Ik denk dat vooral linkse lieden, en let wel, ik noem mijzelf links, zich met grote hardleersheid bezondigd hebben aan eurocentrisme en rationalistisch paternalisme. Zij (wij) gingen ervan uit dat vroeg of laat de migranten van islamherkomst zich wel min of meer zouden aanpassen aan de liberale waarden en rechtsopvattingen van onze samenleving. Ook ik was die mening toegedaan, o ja.

Geseculariseerde Europeanen, vooral de wat jongere onder hen, hebben er geen flauw idee van hoe genadeloos een bekerende wereldgodsdienst toeslaat als je zijn aanspraak op alleenheerschappij probeert te dwarsbomen. Dat doe je veel gauwer dan je het beseft, bijvoorbeeld als je voor die godsdienst duivelse noties verdedigt als verdraagzaamheid of scheiding van godsdienst en staat.Niets zo nuttig als geschiedenis. Weten wij niet meer hoeveel ketters gesmeuld hebben op de brandstapels van Alva? Weten wij niet meer dat de inquisitie de volledige bevolking der Nederlanden ter dood veroordeelde? Of dat de godsdienstoorlog om onze gewesten tachtig jaar heeft geduurd? Dat de godsdienstoorlogen in Duitsland het leven hebben gekost aan naar schatting één derde van de bevolking? Dat alles binnen de christenheid. Toegegeven, het is eeuwen geleden.

Vandaag weet IS van geen wijken. Evenzeer. Het is onnozel en roekeloos te denken dat je uiteindelijk wel zult kunnen onderhandelen. Met de nazi’s kon je ook niet onderhandelen. Met nazi’s praat je niet, zei Churchill, je vecht ertegen. Laten we dus onze al te westerse, al te rationele redeneringen wantrouwen. Onze oorzaken zijn niet hun oorzaken, onze gevolgen zijn niet hun gevolgen. Geseculariseerde Europeanen, ja, nogmaals zij – nee wij, hebben geen flauw benul van het tijdsperspectief dat heerst in dergelijke religies. Ons tijdsidee is radicaal beperkt tot de duur van een mensenleven. Aanhangers van zulke religies leven met een eeuwigheidperspectief. Toch proberen wij telkens opnieuw die andere binnen onze rationalistische categorieën te wringen.

Wij trekken rechte, rationele lijnen van discriminatie, mislukte scholing, gebroken gezinnen en dergelijke naar misdaad en zo verder naar fundamentalisme. Mooie, redelijke analyses zijn het. Maar veel te geruststellend. Zo van, als we al die problemen oplossen, zal ook het verlangen naar terreur wel verdwijnen. Vergeet het. Of neem deze. Wij bombarderen hen daar, dus brengen zij bommen tot ontploffing hier. Logisch, niet? Zo klaar als een klontje. De IS zelf zegt het trouwens. Ik geloof er geen woord van. Ook zonder één westerse bom zullen zij proberen ons soort samenleving te vernielen. Onze geheime diensten melden dat zij daarbij uiterst systematisch en efficiënt te werk gaan. Zij haten ons, moeilijker is het niet. Waarom? Omdat wij Gode onwelgevallig zijn. Punt.

Weil wir Gott nicht wohlgefällig sind (März 2016)

Ich muss noch etwas loswerden. Über die Lügen, mit denen wir uns selbst getäuscht haben.

Vor über zwanzig Jahren unterhielt ich mich in einer düsteren Kneipe mit einem überzeugten flämischen Nationalisten. Ich verteidigte das klassische linke Integrations-Konzept. Der Mann betrachtete mich mitleidig und sagte: Die werden sich niemals anpassen, das ist eine viel zu große Kultur. Er wohnte in dem Brüsseler Stadtteil Schaarbeek. Er verabscheute seine islamischen Nachbarn, aber sein Abscheu beruhte auf Bewunderung für ihre Unbeweglichkeit. Er, extremrechts, durchschaute sie besser als ich, der gemäßigte Linke. Ich denke, dass vor allem Linke, und, hör gut zu, ich nenne mich selbst links, sich mit großer Unbelehrbarkeit der Sünde des Eurozentrismus und des paternalistischen Rationalismus hingegeben haben. Sie (wir) gingen davon aus, dass die islamischen Migranten sich mehr oder weniger anpassen würden an die liberalen Werte und Rechtsauffassungen unseres Zusammenlebens. Ja, auch ich neigte dieser Auffassung zu.

Säkularisierte Europäer, vor allem die jüngeren, haben nicht die leiseste Ahnung davon, wie gnadenlos eine missionarische Weltreligion zuschlagen kann, wenn man versucht, ihren Anspruch auf Alleinherrschaft zu durchkreuzen. Das passiert viel schneller, als man denkt, zum Beispiel wenn man gegenüber der Religion teuflische Ideen verteidigt wie Toleranz oder Trennung von Religion und Staat. Nichts ist da so nützlich wie ein Blick in die Geschichte. Wissen wir nicht mehr, wie viele Ketzer geschmort haben auf den Scheiterhaufen des Herzogs von Alba? Wissen wir nicht mehr, dass die Inquisition die gesamte Bevölkerung der Niederlande zum Tode verurteilt hat? Oder dass die Religionskriege in unseren Landstrichen 80 Jahre gedauert haben? Dass die Religionskriege in Deutschland nach Schätzungen das Leben von einem Drittel der Bevölkerung gekostet haben? Das alles innerhalb der Christenheit. Zugegeben, es ist Jahrhunderte her.

Heute will der IS nichts von Zurückweichen wissen. Es ist genau dasselbe. Es ist naiv und leichtsinnig zu glauben, dass man schließlich und endlich mit ihnen wird verhandeln können. Mit den Nazis konnte man auch nicht verhandeln. Mit Nazis redet man nicht, sagte Churchill, man bekämpft sie. Misstrauen wir also unseren allzu westlichen, allzu rationalen Redensweisen. Unsere Ursachen sind nicht ihre Ursachen, unsere Folgerungen sind nicht ihre Folgerungen.

Säkularisierte Europäer, ja nochmals sie, nein wir, haben keinen Schimmer von der Zeitperspektive, die in solchen Religionen herrscht. Unsere Zeitidee ist radikal begrenzt durch die Dauer eines Menschenlebens. Anhänger dieser Religionen (die Islamisten zum Beispiel) leben mit einer Ewigkeitsperspektive. Und doch versuchen wir immer wieder, sie in unsere rationalistische Kategorien zu zwingen.

Wir ziehen gerade und rationale Linien, deren Ausgangspunkte Diskriminierung, schlechte Schulen, zerbrochene Familien und dergleichen sind und die hinführen zu Verbrechen und Fundamentalismus. Schöne, redliche Analysen sind das. Aber viel zu beruhigend. So in der Art, dass, wenn wir alle die Probleme lösen, dann wird auch die Lust auf Terror verschwinden. Vergiss es! Oder nimm dieses schöne Argument: Weil wir sie bombardieren, deshalb zünden sie ihre Bomben bei uns. Logisch? Klar wie Kloßbrühe. Der IS sagt es ja selbst. Ich glaube kein Wort davon. Auch ohne eine einzige westliche Bombe würden sie versuchen unsere Lebensart kaputtzumachen. Unsere Geheimdienste melden, dass sie dabei äußerst systenmatisch und effizient zu Werke gehen. Sie hassen uns. Das ist alles. Warum? Weil wir Gott nicht wohlgefällig sind. Punkt.

2. Metrostation Maalbeek (März 2016)

Metrostation Maalbeek, lijn 1 en 5. Sinds 22 maart de bloedigste plek van de hoofdstad van Europa, de moordkuil van heel Europa.

Lijn 1 en 5 zijn de drukste van de stad. Al jaren kom ik er vrijwel dagelijks voorbij. Ik neem de metro in station Merode, vijf minuten wandelen van mijn voordeur verwijderd, en begeef me naar het centrum. Zo heten de stations: Merode – Schuman – Maalbeek/Maelbeek – Kunst-Wet/Arts-Loi – Park/Parc – Centraal Station/Gare Centrale – De Brouckère – Sint-Katelijne / SainteCatherine, enzovoort, u merkt het, Brussel heeft twee officiële talen en de stad wil die ook laten zien. Ik zie deze volgorde, geheel of gedeeltelijk, elke week opnieuw voorbijflitsen, vijf keer, tien keer, soms vaker. Denk ik daarbij aan bommen en granaten? Maar nee.

Wel bekroop me meermaals de gedachte, komaan zeg, waar wachten die jihadi’s op? Ze hebben in New York twee torens verpulverd, een paar duizend lijken, in Madrid, Station Atocha, de voorstadlijn opgeblazen, bijna tweehonderd doden, ze hebben in Londen de Underground opgeblazen, meer dan vijftig doden, in de Bataclan, Parijs, hebben ze zichzelf opgeblazen plus tientallen anderen, in Bagdad en Aleppo zijn er meer explosies dan huizen, over het dodencijfer durf ik zelfs niet na te denken. En hier ik sta op het spitsuur in de Brusselse metro, samen met een slordige duizend andere passagiers, als sardienen op elkaar gepakt, we rijden precies onder het hoofdkwartier van de Europese Unie door, maar er is niet één fanatieke baardmens die op het idee komt de martelaar uit te hangen.

Dat vroeg ik me af en ik ging, zoals duizend anderen, over tot de orde van de dag. Tot 22 maart dus.

Op 22 maart moest ik naar Antwerpen om de jury voor te zitten van een poëziewedstrijd voor scholen. De organisatoren wilden dat ik om 10:15 aanwezig zou zijn. Aldus geschiedde, want ik ben nogal een stipte jongen en het is hooguit vijftig kilometer ver.

Stel je nu even voor dat die brave mensen mij hadden uitgenodigd om 10:45. Dan zou ik mijn huis net iets later hebben verlaten. Dan zou ik een net iets latere metro hebben genomen, van Merode naar Schuman, van Schuman naar Maalbeek/Maelbeek en zo naar het Centraal Station.

Dan was ik ontploft. Of door een aardedonkere gang naar het aardoppervlak gesukkeld, misschien een been of een arm achterlatend. Hoe kun je nu en volgende week en later dat doorgefanatiseerde religieuze tuig ongelijk geven en blijven geven?

Door opnieuw dagelijks de metro te nemen, zodra het kreng weer wil rijden ten minste. En dat zal ik doen, dat zullen duizenden en duizenden doen. Bang? Ja, ook, dat spreekt van zelf. Maar vooral met de vaste wil om ons leven te leiden zoals wij het willen, wij allemaal samen, jazeker, maar mét onze Belgische verschillen in talen en godsdiensten.

In deze tragische dagen neemt het volk van Brussel vreedzaam zijn stad in beslag. Honderden kaarsen branden op het Beursplein, hartje stad. Met stoepkrijt worden welwillende boodschappen aan het wegdek toevertrouwd. Zelfs de taalstrijdbijl hebben we begraven. Op één spandoek lees ik Nous sommes Bruxelles / Wij zijn Brussel.

Je kunt dat allemaal wegvegen als een opstoot van vals sentiment. Zo simpel is het niet.

Brusselaars zijn veerkrachtiger dan buitenlandse waarnemers vaak voor mogelijk houden. In de Eerste Wereldoorlog schreef een van onze grootste schrijvers, Karel van de Woestijne, een reeks bijdragen voor een belangrijke Nederlandse krant (Nederland was toen neutraal), vanuit bezet Brussel, waar hij toen woonde. Zo’n bezetting, zo’n wereldoorlog, vier jaar lang, dat is toch ook niet niks. De anders zo zwaarmoedige Van de Woestijne bewonderde zeer het vermogen van de Brusselaars om ook in de donkerste tijden hun zorgeloosheid, hun zelfspot, hun ontembare anarchisme, hun voorliefde voor absurditeit niet te verliezen.

Ik weet het, de samenstelling van de bevolking is onkennelijk veranderd sindsdien. Maar blijkbaar absorbeert Brussel al die golven van buitenlanders en maakt het hen na verloop van tijd tot echte zinnekes, dat zijn straathondjes van gemengd en twijfelachtig ras, vitale koters die blijven blaffen en kwispelstaarten, wat er ook gebeurt.

Wij waren en zijn nog steeds zinnekes, meer en dieper dan we het zelf beseffen of willen toegeven, ook de Brusselaars die nog niet zo lang geleden hier zijn aangeland. Ik heb groot vertrouwen in die onbekommerde vrolijkheid, dat ontembare oer-Brusselse idee van leven en laten leven.

Om de twee jaar trekt de grote Zinnekeparade dwars door de stad, een kolossale, krankzinnige stoet. De deelnemers spotten met alles en nog wat en vooral met zichzelf. Maar het blijft niet beperkt tot een optocht af en toe. Het is een levenshouding. Het is een praktijk om te overleven dwars door al onze verschillen heen. Om ook dit te boven te komen. Brussel is een dagelijkse zinnekeparade.

Von Weimar in die Hölle

Thüringer Allgemeine 31. März 2016

Metrostation Maalbeek, Linie 1, Linie 5. Seit dem 22. März der blutigste Fleck in Europas Hauptstadt, die Mördergrube von ganz Europa.

Die Züge der Linien 1 und 5 sind fast immer pickepackevoll, es sind die meistbefahrenen der Stadt. Seit Jahren komm ich hier praktisch täglich vorbei. In der Station Merode, fünf Minuten von meiner Haustür entfernt, steige ich ein und fahre Richtung Zentrum. Und so heißen die Stationen: Merode – Schuman – Maalbeek/Maelbeek – Kunst-Wet/Arts-Loi – Park/Parc – Centraal Station/Gare Centrale – De Brouckère – Sint-Katelijne/SainteCatherine und so weiter. Man merkt, Brüssel hat zwei offizielle Sprachen und die Stadt will beide zeigen. Ich sehe diese Reihenfolge, ganz oder zum Teil, jede Woche von Neuem an mir vorbeiflitzen, fünf Mal, zehn Mal, manchmal noch öfter. Denke ich dabei an Bomben und Granaten? Aber nein.

Wohl beschlich mich mehrfach der Gedanke, sag mal, worauf warten eigentlich die Jihadis noch? Sie haben in New York zwei Türme pulverisiert, ein paar tausend Leichen, in Madrid, Bahnhof Atocha, die S-Bahn in die Luft gejagt, fast zweihundert Tote, sie haben in London die U-Bahn in die Luft gejagt, über 50 Tote, im Bataclan, Paris, haben sie sich selbst in die Luft gejagt und Dutzende andere dazu, in Bagdad und Aleppo gibt es mehr Explosionen als Häuser, über die Anzahl der Toten trau ich mich gar nicht nachzudenken. Und hier steh ich zur Hauptverkehrszeit in der Brüsseler Metro, mit einem schlappen Tausend anderer Passagiere, wie Sardinen aufeinandergepackt, wir fahren genau unter dem Hauptquartier der Europäischen Union durch und es gibt keinen einzigen fanatisierten Bartheini, der auf die Idee kommt, den Märtyrer rauszuhängen?

Das dachte ich mir und ich ging, wie tausend andere, zur Tagesordnung über. Bis zum 22. März.

Am 22. März mußte ich nach Antwerpen. Vorsitz in einer Jury. Ein Gedichtwettbewerb für Schulen. Um 10.15 Uhr sollte ich dasein, so wollten es die Organisatoren. Und so kam es auch, denn ich bin ein verdammt pünktlicher Mensch, immer noch, und es ist höchstens 50 Kilometer entfernt.

Stellen Sie sich nur mal kurz vor, die braven Leute hätten mich für 10.45 eingeladen. Dann hätte ich mein Haus wohl ein paar Minuten später verlassen. Dann hätte ich eine etwas spätere Metro genommen, von Merode nach Schumann nach Maalbeek/Maelbeek und von da Richtung Centraal Station. Dann wäre ich wohl explodiert. Oder durch einen stockdunklen Gang an die Erdoberfläche gekrochen, vielleicht mit einem Bein oder einen Arm weniger.

Und wie kannst Du jetzt und nächste Woche und danach diesem durch und durch verblendeten Gesindel zeigen, daß es verdammt noch mal im Unrecht ist? Jetzt und immer wieder im Unrecht?

Einfach dadurch, daß Du wieder jeden Tag die Metro nimmst, immer wieder, jedenfalls sobald das blöde Ding wieder fährt. Ich muß das tun, und das müssen Tausende und Abertausende auch tun. Mit Angst? Ja, auch, natürlich, selbstredend. Aber vor allem mit dem festen Willen unser Leben so zu führen wie wir das wollen, wir alle zusammen, natürlich, und zwar mit allen unseren belgischen Verschiedenheiten, allen Unterschieden in Sprachen und Religionen.

In diesen tragischen Tagen nimmt das Volk von Brüssel friedlich seine Stadt in Beschlag. Hunderte von Kerzen brennen auf dem Börsenplatz, dem guten Herzen der Stadt. Mit Malkreide werden freundliche Botschaften dem Pflaster anvertraut. Sogar das Sprachen-Kriegsbeil haben wir begraben. Auf einem Betttuch lese ich «Nous sommes Bruxelles / Wij zijn Brussel.» – «Wir sind Brüssel» auf Französisch und Niederländisch.

Du kannst das natürlich leicht abtun und einfach wegfegen – »Aufstand der falschen Gefühle« heißt das dann. Aber so einfach ist das nicht.

Brüsseler sind wesentlich widerstandsfähiger als ausländische Beobachter für möglich halten. Im ersten Weltkrieg schrieb einer unserer größten Dichter, Karel van de Woestijne, eine Artikelserie für eine bedeutende Niederländische Zeitung (die Niederlande waren damals neutral); er schrieb sie aus dem (vom deutschen Kaiserreich) besetzten Brüssel, wo er wohnte. So eine Besetzung, so ein Weltkrieg vier Jahre lang, das ist wahrlich kein Pappenstiel! Der sonst so schwermütige van de Woestijne bewunderte die Brüsseler sehr. Weil sie es auch in den dunkelsten Zeiten fertigbrachten, sich ihre Sorglosigkeit, ihre Selstironie, ihren unbezähmbaren Anarchismus und ihre Vorliebe für das Absurde zu bewahren.

Ich weiß, die Zusammensetzung der Bevölkerung hat sich seitdem bis zur Unkenntlichkeit verändert. Aber ganz offensichtlich saugt Brüssel alle die Ströme von Ausländern auf und verwandelt sie, egal was passiert, nach einer gewissen Zeit in echte zinnekes – so nennen wir in Brüssel eine bestimmte Sorte von meist schwarz-weiß gefleckten Straßenkötern, sie sind von ziemlich gemischter Rasse und zweifelhafter Herkunft, aber lieb, sehr treu, sehr schlau und unheimlich stark. Wir alle, wir Brüsseler waren und sind immer noch zinnekes, und zwar mehr und in einem tieferen Sinn als wir zugeben wollen, auch die von uns, die noch nicht so lange hier gelandet sind. Im Inneren wissen wir, daß wir alle Bastarde sind und es stört uns nicht, im Gegenteil. Ich habe großes Vertrauen in die unbekümmerte Fröhlichkeit, die unbezähmbare Ur-Brüsseler Idee vom Leben und Lebenlasssen.

Alle zwei Jahre zieht hier in Brüssel die große »Zinneke-Parade« quer durch die Stadt, eine kolossale, verrückte Prozession. Die Teilnehmer treiben ihren Spott mit allem und jedem und vor allem mit sich selbst. Aber das ist nicht beschränkt auf eine Parade alle zwei Jahre. Es ist eine Lebenseinstellung. Es ist eine Praxis des Überlebens quer durch alle unsere Verschiedenheiten. Das ist unsere Art, damit klarzukommen: Eine tägliche, eine unendliche Zinneke-Parade.

III. Aus dem Werk – Einige Gedichte

1. Aus: De europese grondwet in verzen

Wij

Wij allen samen, volk van Europa, verleden Europa
Van stieren en strijders, Europa van heden, sluimer en vrede,
Wij, volk van Europa, zo anders, zo eender,
Van alle beroepen, vakken en stielen, nederige, trotse,
Dure, armzalige, arbeid en kunde, droevig en blij :
Ole, de windingenieur, uit Roskilde,
Ines van de vis uit Figueira da Foz,
Dimitriu, die paarden verkoopt, in Suceava,
Benazir, aan de kassa bij Woolworths in Slough,
Armand, de vuurmeester, uit de Famenne,
Caitlin uit Sligo, webmeesteres,
Paavo, de houtvlotter, uit Lappeenranta,
Maja van de rozen uit de Stara Planina,
France, de chef van het station Trbovlje,
Elena van de vrachtschepen uit Limassol,
Juan, plasticultura, Fuentevaqueros,
Marija uit Klaipeda, junior consultant,
Heinz, communist en werkloos in Schwedt,
Claude, de brandweerman, Esch-sur-Alzette,
Linda uit Ystad, politieagente,
Jaan uit Viljandi, zingende postbode,
Madlo, receptioniste in Brno,
Rudolfs, Daugavpils, parkwachter, opa,
Ute, de skilerares, uit Geschurn,
Domínic, mecanicien, La Valetta,
Ceija, die vloeren ontsmet in Safankovo,
Joop van de welzijnszorg, Purmerend,
Battista, huisarts, in Portomaggiore,
Erzsébet predikt Calvijn in Tokaj,
Henryk uit Bydgoszcz, gewoon een pastoor,
Thérèse, boerin, uit Blond, Limousin,
En natuurlijk Melíssa, wie kent niet Melíssa, van Bar Ifigénia, Thessaloníki,
Wij, soeverein, wij volk van Europa.

Wir

Wir alle, Volk von Europa, dem alten Europa
der Stiere und Krieger, dem neuen Europa der friedlichen Träumer,
Wir, Volk von Europa, so verschieden, so gleich,
Aus allen Berufen, Fächern und Richtungen, Hand und Verstand,
einfach und stolz, wohlhabend und arm, traurig und froh.
Ole, Windingenieur in Roskilde bei Kopenhagen,
Ines und ihr Fisch in Nazaré
Dimitriu, Pferdehändler in Suceava an der Moldau,
Benazir an der Apothekenkasse in Berkshire
Armand der Feuerwerker in Lüttich
Caitlin die Weberin von Sligo
Paavo Flößer aus Lappeenranta
Maja mit den Rosen aus Franzensbad
Miso Fußballspieler aus Trifolje
Die Frachtschiff-Elena aus Limassol
Juan der Steinmetz von Fuentevaqueros
Maria aus Klaipeda, junior consultant,
Heinz arbeitsloser Kommunist in Schwedt,
Claude, Feuerwehrmann in Esch aan d’r Uelzecht
Linda von Ystad, Polizistin,
Jan von Fellin, der singende Postbote,
Madlo, Rezeptionist in Brünn,
Rudolf von Dünaburg, Parkwächter, Opa,
Ute von Geschurn, Skilehrerin
Der Mechatroniker von La Valetta, Dominic,
Joop vom Gesundheitsamt Katwijk,
Der Hausarzt von Portomaggiore, Battista,
Erszebet, calvinistische Predigerin in Tokaj,
Der Hirte Heinrich von Bromberg,
Therese, Bäuerin aus Blond bei Limoges,
Und natürlich Melissa, wer kennt nicht Melissa,
aus der Bar Iphigenia in Thessaloniki,
Wir, Herrscher von eigenen Gnaden, Volk von Europa,
Wir. 

Art. 24 Het recht op luiheid

El buen jardinero aprecia la sombra del manzano.

Artikel 24 Das Recht auf Faulheit

Der gute Gärtner ehrt den Schatten seines Apfelbaums.

Artikel 24 b Het recht op appelbomen

Hier heeft eenieder recht op appelbomen,
Op hoge stammen uit verloren dromen
Ramboer en goudrenet en grauw rabauw,
Rins vlees zal over de papillen komen.

Artikel 24 b Das Recht auf Apfelbäume

Hier hat ein jeder Recht auf Apfelbäume,
auf hohe Stämme aus verlornen Träumen:
Rambour und Goldrennette und grauer Rabau,
Saftfleisch wird über die Papillen schäumen.

Artikel 25 Het recht op huisvesting

Hier heeft eenieder recht op droge haren,
Op dak, niet meer dan dat, om te bewaren
Wat ons tot mensen maakte, een stoel, een vuur,
Op schutsel tegen hagel en barbaren  

Artikel 25 Das Recht auf Wohnung

Hier hat ein jeder Recht auf trockne Haare,
Ein Dach, nur um zu hüten und bewahren,
Was uns zu Menschen machte: ein Stuhl, ein Herd
Und Schutz vor Hagelwetter und Barbaren.

Artikel 73: Godsdienstvrijheid

Hier in onze stad
woont onder elke toren
een andere god.
Met groene baard,
met paarse baard
of met een pauwenstaart,
godinnen ook
met negen romige borsten
of voeten dansend als een pingpongbal
of raadselachtig als een priemgetal,
of
een lege doos.
Bij het verlaten van die zevenenzeventig bedehuizen
groeten de gelovigen en niet zo erg gelovigen en ongelovigen elkaar,
zij buigen hoofs en kopen in elkaars winkels voor goed geld
melk of wijn,
zoetekoeken,
zoute krakelingen,
bloedkoralen,
heilige boeken, verboden boeken,
koperen cimbalen,
knoflook en iconen,
rode uien, gele kaarsen, zijden hoeden en
voedzame, gespikkelde bonen,

maar nooit, nooit, nooit,
nooit
zullen zij één woord reppen over
godgeleerdheid.
Hier muss ein jeder nach seiner Façon selig werden.
Naar de zon rijzen de zevenenzeventig torens,
naar de uilen en de kauwen de zevenenzeventig torens,
naar de regenbogen de zevenenzeventig verrukkelijke torens.

Artikel 73: Religionsfreiheit

Hier in unserer Stadt
Wohnt unter jedem Turm
Ein anderer Gott.
Mit grünem Bart,
Oder mit blauem Bart,
Mit Pfauenschwanz,
Auch Göttinnen
Mit neun sahnigen Brüsten
Auf Füßen tanzend wie ein Ping-Pong-Ball
Und rätselhaft wie eine Primelzahl
Oder eine leere Büchse

Beim Verlassen der siebenundsiebzig Bethäuser
Grüßen einander die Gläubigen und die nicht so Gläubigen und die Ungläubigen
Sie verbeugen sich höflich und kaufen in den Geschäften der anderen
Milch oder Wein,
Süßen Kuchen
Salzige Brezel,
Blutkorallen,
Heilige Bücher, verbotene Bücher,
Kupferne Zimbeln,
Knoblauch und Ikonen
Rote Zwiebeln, gelbe Kerzen, seidene Hüte und
Nahrhafte, getüpfelte Bohnen.

Aber niemals, niemals, niemals,
niemals
wird ihnen jemals ein Wort über die Lippen kommen von
Theologie
Hier muss ein jeder nach seiner Facon selig werden
Zur Sonne auf streben die siebenundsiebzig Türme
Zu den Eulen und den Dohlen die siebenundsiebzig Türme
Zum Regenbogen die siebenundsiebzig verzückten Türme.

 

2. Aus dem Gedichtband – Het was wat was / Es war, was war (2016)

Brievenweger

Jij kunt niets anders dan geheimen wegen,
één per keer, verzegeld in papier.
De benen open, even. Overwegen.
De prijs bepalen. Dun, metallig dier,
wie meet exacter, wie heeft meer verzwegen?

Jij weet van niets. Jij bent getal van alles.
Een kleine sprong en het gewicht kann gaan.
Jij wacht, onaangedaan, op nieuw bericht.

Briefwaage

Du kannst nichts andres als Vertraulichkeiten wiegen,
Stück für Stück, versiegelt in Papier.
Die Beine grade, in Balance. Nachwiegen,
Preis berechnen. Dünnes metallnes Tier,
Wer misst genauer, wer hat mehr verschwiegen?

Du weißt von nichts. Du bist die Zahl von allem.
Ein kleiner Sprung und das Gewicht kann gehn.
Du wartest unbeeindruckt auf die neue Nachricht.

Gevlekt varken

Voor Benno Barnard

Het slijk der aarde is mijn zaligheid,
mijn lippen plooien tot een vette glimlach
als ik mij schurk, mij wentel uit de tijd,
mijn bolle pens, mijn vel vol zwarte kletsen.
Ik lig. Altijd tot ledigheid bereid.

Mij wacht het mes. Ooit word ik zwoerd. Of lap.
Dat andere schepsel zal zijn lippen likken.
Nog niet. Nu duurt. Ik ben die ben. De dikke.

Geflecktes Ferkel

Für Benno Barnard

Der Erdenschlamm ist meine Seligkeit,
mein Rüssel faltet sich zu einem fetten Grinsen,
wenn ich mich suhle und mich wälze aus der Zeit.
Mein stolzer Bauch, mein Fell voll schwarzer Kleckse.
Ich lieg. allzeit bereit zur Tatenlosigkeit.

Das Messer wartet schon. Bald bin ich Schnitzel oder Schwarte.
Das andere Geschöpf wird sich die Lippen lecken.
Noch nicht. Die Gegenwart ist lang und ich bin der ich bin. Der Dicke.

Porseleinen kapstokje

Een neus schiet uit de muur, smal, recht naar voren,
krult aan het eind omhoog. Kind blaast op roltong.
Kwaak. Ernaast, erachter, die gladgeschoren
krijtwitte tronie. Links en rechts, een schroefkop.
Spleten zijn ogen. Zoek niet naar mond of oren.

Hij loert, meer dan een eeuw al, naar dit huis.
Oog. Neus. Oog. En op die neus textiel
dat hangt. Ziedaar zijn ziel. Geen commentaar.

Kleiderhaken aus Porzellan

Gradaus schießt seine Nase aus der Wand nach vorne,
und ihre Spitze stupst aufwärts. ein Kind bläst Rolletröte.
Quaaak. Hinter der Spitze, glattgeschoren
das Antlitz. Kreideweiß. Links sowie rechts ein Schraubenkopf.
Die Augen Schlitze. Such nicht nach Mund und Ohren.

Schon mehr als ein Jahrhundert bewacht er dieses Haus.
Aug. Nase. Aug. Und auf der Nase hängen
Textilien. Seht seine Seele. Kein Kommentar.

Laadbord

Alles zal ik dragen. Op dit hout.
Elf planken, negen blokken. Altijd eender.
Eender het aantal spijkers. Volgestouwd.
Fles, plastic, blik, kartonnen doos, krimpfolie.
Alles moet vroeg of laat worden versjouwd.

Daar is de vorkheftruck. Als hij mij grijpt
en optilt en mijn last mij wordt ontnomen,
raakt mij de pluisbal van mijn lichtste dromen.

Pallette

Auf diesem Holze muss ich alles tragen.
Elf Bretter, Blöcke neun. Und immer gleich.
Und immer gleich die Zahl der Nägel. Vollgeladen.
Blech. Flasche, Plastik und Beton und Klarsichtfolie.
Alles, was ist, wird irgendwann irgendwohin getragen.

Da kommt der Gabelstapler. Wenn er mich greift
und anhebt um meine Last dann abzuräumen,
rührt mich ein Luftballon aus unbeschwerten Träumen 

Mand

Van knot gekapt op griend. Geschild. Gekloven.
Gespreid. Geweekt. Door dauw en mist gekust.
Wis laat zich willig buigen, wacht met drogen
tot hij, gevlochten om een leegte, rust
en beidt wat komt. Pak koffie. Uien. Boter.

Kijk toch hoe onze taal dit ding bemint:
korf, mars, ben, paander, gondel, kaar, karbies.
Mand draagt meer namen dan een koningskind. 

Holländischer Korb

Vom Kopf der Weide abgeschnitten und geschält. Gespalten.
Zurechtgelegt und eingeweicht. Geküsst von Brabants Tau und Nebel,
lässt sich die Rute willig beugen und wartet mit dem Trocknen,
bis der Korb, um eine große Leere vorsichtig geflochten, ruht
und harret dessen, was da kommt: Ein Päckchen Kaffee. Eier. Butter.

korf, mars, ben, paander, gondel, kaar, karbies,
Acht Wörter hat der Niederländer für den Korb –
mehr Namen als ein Königskind.

Orgel

Voor Joris Lejeune

Een troon van lucht is het, een kroon van galm,
het geeft ademen titels: prestant, mixtuur,
linguaal en sesquialter, bas, discant.
Gestuurd door wiskunde van de mensuur
zwermen koraal en psalm naar de gewelven.

Koning van handen, opperheer van voeten,
dwing mij tot spel en gij zult zegevieren
boven de waterval van de klavieren.

Orgel                                                  

Für Joris Lejeune

Ein Thron aus Luft und eine Krone ganz aus Schall,
und sie verleiht dem Atem Adelstitel: Praestant, Mixtur,
Lingual und Sesquialter, Bass, Diskant,
und von der Weisheit der Mensuren wohl regiert
schwärmen Choral und Psalm hinauf zu den Gewölben.

König der Hände, Oberherr der Füße,
zwingt mich zum Spiel und ihr sollt triumphieren
über den Wasserfall von den Klavieren. 

Ruiter

Staketsel in de wei, de stokken naakt.
Hij rijdt niet naar de verte. Plicht heet blijven.
Hij overwintert, hier, wacht op gewaad
van vlas of gras. De westenwind mag waaien,
hij draaft niet mee. Niet roeren is zijn daad.

Hij draagt voor paarden hooi, het vlas voor linnen.
Het raakt alleen zijn buitenkant. Hij weet:
ooit komt weer het seizoen dat mij ontkleedt

Spanischer Reiter (Heuraufe)

Zaun auf der Weide, nackt die Stöcke,
Er reitet nicht in die Ferne. Pflicht heißt bleiben.
Er überwintert, hier, erwartet sein Kleid
aus Flachs und aus Gras. Der Westwind mag wehen,
er trabt nicht mit. Sein Werk ist Unbeweglichkeit.

Er trägt das Heu für Pferde und für Leinen Flachs.
Doch das betrifft nur seine Außenseite.
Er weiß: Es kommt die Zeit, die mich entkleidet.

Schoenendoos

In rijen opgestapeld of alleen,
zorgvuldiug blijft de binnenkant verborgen.
Wat telt is het kartonnen uniform.
Zit er iets kostbaars achter? Baart het zorgen?
Of tref je aan wat iedereen verwacht?

Het kann een brief van een verboden vrouw zijn,
een pop, een lok, misschien een testament.
Alles of niets, de buitenkant ontkent.

Schuhkarton

In Reihen aufgestapelt oder nur ein Einzelstück,
das Innere bleibt immer gut verborgen.
Genormte Form, nichtssagend und von Pappe.
Ist etwas Kostbares darin? Versteckte Sorgen?
Oder nur das, was sich schon jeder denkt?

Vielleicht ein Brief von einem fremden Mädchen zugeeignet?
Ein Lockenhaar, Stoffpuppen oder gar ein Testament?
Nichts oder alles, ganz egal, solang die Außenseite es nicht kennt.

IV. Aus dem Werk – Übersetzungen

Friedrich Hölderlin

Andenken

Der Nordost wehet,
Der liebste unter den Winden
Mir, weil er feurigen Geist
Und gute Fahrt verheißet den Schiffern.
Geh aber nun und grüße
Die schöne Garonne,
Und die Gärten von Bourdeaux
Dort, wo am scharfen Ufer
Hingehet der Steg und in den Strom
Tief fällt der Bach, darüber aber
Hinschauet ein edel Paar
Von Eichen und Silberpappeln;

Noch denket das mir wohl und wie
Die breiten Gipfel neiget
Der Ulmwald, über die Mühl’,
Im Hofe aber wächset ein Feigenbaum.
An Feiertagen gehn
Die braunen Frauen daselbst
Auf seidnen Boden,
Zur Märzenzeit,
Wenn gleich ist Nacht und Tag,
Und über langsamen Stegen,
Von goldenen Träumen schwer,
Einwiegende Lüfte ziehen.

Es reiche aber,
Des dunkeln Lichtes voll,
Mir einer den duftenden Becher,
Damit ich ruhen möge; denn süß
Wär’ unter Schatten der Schlummer.
Nicht ist es gut,
Seellos von sterblichen
Gedanken zu sein. Doch gut
Ist ein Gespräch und zu sagen
Des Herzens Meinung, zu hören viel
Von Tagen der Lieb’,
Und Taten, welche geschehen.

Wo aber sind die Freunde? Bellarmin
Mit dem Gefährten? Mancher
Trägt Scheue, an die Quelle zu gehn;
Es beginnst nämlich der Reichtum
Im Meere. Sie,
Wie Maler, bringen zusammen
Das Schöne der Erd’ und verschmähn
Den geflügelten Krieg nicht, und
Zu wohnen einsam, jahrelang, unter
Dem entlaubten Mast, wo nicht die Nacht durchglänzen
Die Feiertage der Stadt,
Und Saitenspiel und eingeborener Tanz nicht.

Nun aber sind zu Indiern
Die Männer gegangen,
Dort an der luftigen Spitz’
An Traubenbergen, wo herab
Die Dordogne kommt,
Und zusammen mit der prächtigen
Garonne meerbreit
Ausgehet der Strom. Es nehmet aber
Und gibt Gedächtnis die See,
Und die Lieb’ auch heftet fleißig die Augen,
Was bleibet aber, stiften die Dichter.

Friedrich Hölderlin

Aandenken

Noordoostenwind,
Mij het liefst van alle winden,
Hij die vurige geest en
Behouden vaart belooft aan de schippers.
Ga nu en groet
De mooie Garonne
En de tuinen van Bordeaux,
Daar, waar op de steile oevers
Het pad loopt en diep in de stroom
De beek neerstort, waarboven echter
Uitkijkt een edel paar
Eiken en zilverabelen.

Nog steeds blijft het mij bij, ook hoe
De brede toppen wuiven
Van het olmenwoud, boven de molen,
In de tuin echter groeit een vijgenboom.
Op feestdagen lopen
De bruine vrouwen daar
Over zijden weiden,
Zo omstreeks maart,
Als dag en nacht gelijk zijn
En over trage paden
Van gouden dromen zwaar
Een wiegende bries trekt.

Laat iemand nu
Mij de geurige beker reiken,
Vol donker licht,
Opdat ik rust vind; want zoet
Zou onder schaduwen de sluimer zijn.
Het is niet goed
Nergens in de ziel sterfelijke
Gedachten te koesteren. Maar goed is
Een gesprek en te vertellen
Wat het hart vindt, veel te horen
Van dagen der liefde
En van daden die werden gesteld.

Waar echter zijn de vrienden heen? Bellarmin
Met zijn gezel? Velen
Zijn bang om naar de bron te gaan;
Met name de rijkdom begint
In zee. Zij,
Als schilders brengen zij samen
Het schone der aarde en zij versmaden
Niet de gevleugelde oorlog en niet
Eenzaam te wonen, hele jaren, onder
De ontbladerde mast, waar de nacht niet schittert
Van de feesten der steden
En van snarenspel en aloude dans niet.

Nu echter zijn naar de Indiërs
Vertrokken de mannen,
Daar, bij de spitse kaap,
Aan wijnbergen waar
De Dordogne afdaalt
En samen met de prachtige
Garonne de stroom
Zeebreed uitmondt. Echter,
De zee neemt en geeft herinnering
En ook de liefde houdt onvermoeibaar de ogen gericht,
Wat blijft echter stichten de dichters.

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