Jens Kirsten: letzte einkehr (01.05.26)
Jens Kirsten
letzte einkehr
am imbisseck zu beckerskirchhof,
drei häuser zehn hunde, rasten
sechs wanderer feldwegs nach
orlamünde unterwegs per pedes
apostolorum freund kirsten zu
gedenken der vom zeitlichen ins
ewige wechselte brot und wurst auf
den tisch der waldschänke gebreitet
gekochte eier ein bier käme zupass
doch die luke am eck ist herunter-
gelassen im garten gebell umringt
von seinen lieblingen naht der wirt
ob ein bier für jeden verkäuflich wäre
heute am schliesstag die wanderer
nähmen es gern aus der flasche das,
wird ihnen die überaus freundliche
antwort zuteil, kommt nun überhaupt
nicht in frage wo es doch ein kühles
helles vom fass gibt er greift mit
unverwechselbarer geste einhändig
fünf gläser vom bord holt eins nach
und poliert sie eines nach dem anderen
gründlich an einem speckigen wischtuch
die gläser klingen wir trinken vorsichtig
vom rand – harry auf dein spezielles
Anfang Mai 2023 wanderten Christoph Schmitz-Scholemann, Harry Oberländer, Michael Knoche, Wolfgang Haak, Jan Röhnert und Jens Kirsten auf den Spuren eines Gedichts und ihres Dichterfreundes Wulf Kirsten „feldwegs nach Orlamünde“. Von Milda nach Plinz, wo der Künstler Jochen Bach lebte, durch den Mordgrund nach Beckerskirchhof, zum Schönberg, hinunter in den Reinstädter Grund nach Reinstädt, steil hinauf nach Martinroda und von hier auf der Hohen Straße nach Orlamünde. Eine schöne Tagestour, die zu allen Jahreszeiten ihren besonderen Reiz hat.
