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Gerard Manley Hopkins: Glory be to God / Ehre sei Gott (15.08.26)

 

Gerard Manley Hopkins: 

Glory be to God

Glory be to God for dappled things—
For skies of couple-colour as a brinded cow;
For rose-moles all in stipple upon trout that swim;
Fresh-firecoal chestnut-falls; finches’ wings;
Landscape plotted and pieced—fold, fallow, and plough;
And all trades, their gear and tackle and trim.

All things counter, original, spare, strange;
Whatever is fickle, freckled (who knows how?)
With swift, slow; sweet, sour; adazzle, dim;
He fathers-forth whose beauty is past change:
Praise Him. 

Ehre sei Gott

Gelobt sei Gott für alles was gesprenkelt ist
Für Himmel in zwei verliebten Farben wie bunt gefleckte Kühe,
Für rosafarbne Sommersprossen auf den fröhlichen Forellen,
Und angekohlte Rosskastanien im freien Fall, für flinke Finkenflügel,
Und Landschaften, kartiert und eingeteilt, geknickt, gefaltet und gepflügt,
Und die Gewerbe alle: mit Zahnrad, Haken, Ösen, Messern.

Alles, was widerständig ist, originell und seltsam, fremd.
Was sich verändert, was getupft ist und zersplittert (wer weiß warum?)
In schnell, langsam, süß, sauer, glänzend, trüb
Und all dies schöne Durcheinander, das kein Ende nimmt,
Erzeugt er immer neu: Preiset Ihn!

Der Dichter Gerald Manley Hopkins ist in Deutschland nicht übermäßig bekannt. Er wurde am 28. Juli 1844 in Stratford bei London geboren und starb am 8. Juni 1889 in Dublin. Mit 24 Jahren trat er in den Jesuitenorden ein und wurde später Professor für klassische Philologie in Dublin. Von den unzähligen Gedichten, die er schrieb, veröffentlichte er zu Lebzeiten keines.

Ich erfuhr von Hopkins vor etwa 15 Jahren, als ich den Dichter und Journalisten Arnfrid Astel (1933–2018)  kennenlernte. Wir freundeten uns bald an. Astel war alles andere als ein Jesuit, schwärmte aber oft von den Hopkins-Gedichten. Auf Arnfrid Astels zum Glück immer noch bestehender Webseite „Sand am Meer“ (zikaden.de) erfährt man eine Menge über Hopkins, auch über den ziemlich raffinierten Bauplan, der vielen von Hopkin’s Gedichten zugrunde liegt. Meine Übersetzung versucht nicht, diesen Plan im deutschen Text zu erhalten oder auch nur anzudeuten. Es ging mir ausschließlich darum, den Eindruck zu teilen, den  die – an katholischer Dogmatik gemessen – mutige Unbekümmertheit des Gotteslobs auf mich macht. Für die Illustration, die dem Gotteslob nochmal eine ganz eigene, nachdenklich-spielerische Amüsanz gibt, danke ich meinem Freund Walter Sachs.

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