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Gedichte

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pater manfred

pater manfred er kam oft zu uns dünn und mit einem langen bart hohlwangig und aufdringlich mit seinen tischgebeten und meine eltern hatten nie die kraft ihn wegzuschicken er saß in unserer küche in düsseldorf und stand im ruf der heiligkeit später mussten wir düsseldorf verlassen die familie wurde zersprengt bis ins sauerland flogen die fet [...]

Die Papierzeitung – Notizen für einen Nachruf

Die Papierzeitung – Notizen für einen Nachruf Meistens war sie jung. Sie zitterte in Deinen Händen, wenn Du nervös warst, sie färbte Deine Fingerkuppen, wenn Du sie glattstrichst, sie sah Dich an und raschelte, ohne zu verraten warum. Sie hatte ihre Geheimnisse, war aber treu im Großen und Ganzen. Sie kam jeden Morgen, außer wenn der Bote Sch [...]

wo ist der apotheker

wo ist der apotheker der apotheker ist nachdenklich geworden, man sieht ihn kaum noch, sein hund zum beispiel ist schon tot, das hat er nicht verdient, seine frau schreibt ein buch, das kann ja heiter werden, dachten wir alle, er selbst hat das rauchen, schnapstrinken und das nächtliche singen aufgegeben, seine spaziergänge werden von ta [...]

ojos negros

ojos negros wir blieben dann doch länger sitzen als wir gedacht hatten es geschah nicht aus sympathie glaube ich mehr weil es regnete es gab keinen grund zu reden aber auch keinen aufzuhören es ging über geldfragen moralische probleme des bergbaus und internationale beziehungen alles mögliche das niemand beeinflussen kann weshalb man so leicht d [...]

Mein Jackett

Mein Jackett Mein Jackett ist breit in den Schultern, schwere englische Wolle, du riechst die Schafe, aufgesetzte Taschen, einreihig geknöpft, es ist Platz darin wie in einer Altbauwohnung, die Odyssee geht zweisprachig rein, dazu noch ein Apfel, ein Notizbuch und Tabak. Mein Jackett ist immer hungrig, es frisst Feuerzeuge und Zettel, Bleisti [...]